Jahresbericht 2002
4. Die Beratungsstelle in
Entwicklung
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| Im Jahre 2001 haben wir ein Konzept zur Integrierten Psychologischen
Beratung speziell für unsere Stelle verfasst, da wir uns von
einer Ehe-, und Familienberatungsstelle zu einem Integrierten Erziehungs-
und Familienberatungszentrum wandeln möchten. Das war unsere regionalisierte
Umsetzung des EKHN/DWHN-Rahmenkonzeptes. Wir erstellten ebenfalls
Leistungsbeschreibungen und Qualitätsmerkmale dieses „Hauses
der Beratung". Sie wurden diakonie-intern innerhalb unseres Teams,
in Fachgruppen und Leitungsgremien intensiv diskutiert und optimiert. Diakonie-extern
fanden Diskussionen mit der Caritas statt, mit Fachausschüssen und
Arbeitskreisen, mit der Sozialdezernentin und dem Fachdienst Jugend und
Familie (ehemals: Kreisjugendamt), die weitere Bereicherungen und
Hinweise zur Optimierung des Konzeptes erbrachten. Auch mit der Jugendhilfeplanung
diskutierten wir diese Papiere.
Im Frühjahr 2002 ging dieses Konzept inkl. der Leistungsbeschreibung und Qualitätsmerkmale an alle Mitglieder des Kreisjugendhilfeausschusses Offenbach, wonach sich - auch im Zusammenhang mit den Empfehlungen der bke-Studie zum zweistufigen Ausbau von Erziehungsberatung im Mittel- und Westkreis - ein „Wettbewerb der Konzeptionen" ergab, ausgeschrieben durch den Kreis Offenbach,. Alle freien Träger und öffentlichen Anbieter von Jugendhilfemaßnahmen wurden aufgefordert, Konzeptionen für den Ausbau in Erziehungsberatung einzureichen. Diese wurden in den beiden Jugendhilfefachausschüssen diskutiert, abgestimmt und mit Empfehlungen an den Kreisjugendhilfeausschuss weitergegeben. Dabei wurde unser Konzept eines Integrierten Erziehungs- und Familienberatungszentrums in Langen als für den Ausbau im Westkreis maßgebend positiv verabschiedet, und der Kreisjugendhilfeausschuss empfahl dem Kreistag, entsprechend zu entscheiden und der Diakonie in Langen den Zuschlag zu geben. Derart erstellten wir in knapp 1 1/2 Jahren ein umfassendes Konzept mit Leistungsbeschreibungen und Qualitätsmerkmalen, das in der fachlichen Diskussion und fachpolitischen Bewertung akzeptiert und als richtungsweisend anerkannt wurde. |
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| Nachdem ebenfalls zu Beginn des Jahres 2002
die Frauenhilfe der EKHN ankündigte, sich aus der Evangelischen Dezentralen
Familienbildung, ebenfalls in Langen ansässig, zurückzuziehen,
konkret die Trägerschaft zum Ende des Jahres 2002 zu beenden, drohte
diese niedrigschwellige, viele Familien, gerade in der Familienbildungsphase
unterstützende und erreichende Institution mit über einem Vierteljahrhundert
Tradition in der Region, geschlossen zu werden. Dem konnten wir nicht tatenlos
zusehen.
In einer gemeinsamen Anstrengung von Kirche und Diakonie in der Region konnte die bisherige sehr gute Arbeit gerettet werden. Die beiden Dekanate Rodgau und Dreieich, Dekanin Jutta Jürges-Helm und Dekan Martin Diehl sowie Dekanatssynodale und Kirchenverantwortliche einerseits sowie andererseits Martin Glaub von unserem Regionalen Diakonischen Werk, der auch die neue Leitung des DWHN überzeugen konnte, erproben ein gemeinsames Kooperations- bzw. Trägermodell in dieser bewährten Einrichtung. Seitens des Diakonischen Werkes wurde eine halbe pädagogische Fachkraft sowie eine halbe Verwaltungsfachkraft eingestellt, um den Übergang von der alten Trägerschaft in die neue zu gewährleisten. Inzwischen hat auch das Dekanat Dreieich mit Unterstützung der Landeskirche für diesen familienunterstützenden Dienst zum Februar d. J. 2003 eine halbe Fachkraft als Leiterin eingestellt. Das Dekanat Rodgau wird in Kürze ebenfalls eine halbe Stelle besetzen. Unser Diakonisches Werk wird sich zumindest bis Ende 2004 finanziell, konzeptuell und organisatorisch an der Erhaltung und der Neuorientierung der Evangelischen Dezentralen Familienbildung beteiligen und vor allem präventive, sowie beratungsbegleitende und -unter-stützende Angebote für Familien bereitstellen helfen (s.a. Förderung der Erziehung in der Familie nach § 16 Kinder– und Jugendhilfegesetz). |