Jahresbericht 2003
| 6. Gruppenangebot
für Trennungs- und
Scheidungskinder (Petra Kaufmann) 6.1. Ziele des Gruppenangebotes |
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Nach der Anmeldung fand ein VORGESPRÄCH mit dem Kind und seinen Eltern oder einem Elternteil statt. Dieses Gespräch diente dem gegenseitigen Kennenlernen, der Information über die Gruppe und Abklärung von Wünschen und Erwartungen an die Gruppe. Die Gruppenleiterinnen betonten dabei, das die Teilnahme des Kindes seine eigenständige Entscheidung sein sollte. Gegen Ende des Vorgespräches erhielten Eltern wie Kinder je einen Fragebogen mit der Bitte, diesen auszufüllen und zurück zu geben. Nach Beendigung der Gruppe führten die Leiterinnen mit allen Eltern ABSCHLUSSGESPRÄCHE. Sowohl von der Seite der Eltern wie von der Seite der Gruppenleiterinnen wurde zusammen getragen, was die Teilnahme an der Gruppe für das Kind gebracht hat. Danach wurde besprochen, was eine weitere positive Entwicklung des Kindes fördert und wie die Eltern das Kind unterstützen können. Die Gruppenarbeit mit den Kindern war eine bereichernde Zeit, sowohl für die Kinder, deren Eltern als auch für die Gruppenleiterinnen. Von Eltern wie Kindern gab es positive Rückmeldungen. Nach Beendigung gab es viele Nachfragen seitens der Kinder und der Eltern, ob eine neue Gruppe angeboten wird und ob eine wiederholte Teilnahme des Kindes möglich sei. Während des Gruppenprozesses konnten die Leiterinnen erkennen, wie förderlich das klar strukturierte, transparente und damit verlässliche Gruppenprogramm für die Kinder war. Insbesondere der Selbsthilfecharakter der Gruppe und damit die zum Tragen kommende Eigenverantwortung und Eigeninitiative der Kinder hatten entwicklungs-fördernde Auswirkungen. Die gewachsene Vertrauenssituation innerhalb der Gruppe war die Basis dafür, dass die Kinder sich trauten, konflikthafte Familiensituationen zu benennen und darzustellen. Darüber hinaus konnten die Kinder aktiv Bewältigungsstrategien ausprobieren. Als positiver Nebeneffekt entwickelten sich bei einigen Kindern Freundschaften, die auch nach der Gruppe noch Bestand hatten. Die Elternarbeit war effektiv durch die spürbar positiven Veränderungen, die die Eltern an ihren Kindern wahrnehmen konnten und die damit große Bereitschaft, sich auf begleitende Beratung einzulassen. Die Gruppenleiterinnen erfuhren die Gruppenarbeit als sinnvolles Ganzes, mit den erfreulichen Erfahrungen, ein Stück weit das persönliche Wachstum von Kindern unterstützt zu haben. |